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31.01.2026 Kriegsverbrecherliste bleibt geheim

SS Tattoo zur Einreise vorzeigen

Allgemein bekannt bei den Rattenlinien ist der Weg über die Berge von Österreich nach Italien und dann mit kirchlicher Hilfe nach Südamerika, vor allem nach Argentinien. Der kirchliche Fluchthelfer in Rom war Bischof Alois Hudal, der 1948 unter dem Titel "Gruß übers Meer" in der nationalsozialistischen deutschsprachigen Zeitschrift "Der Weg" in Buenos Aires "An meine lieben Landsleute in Argentinien!" schrieb: "...vielleicht nicht wenigen, konnte ich in den schwierigsten Wochen ihres Rom-Aufenthaltes helfend zur Seite stehen. (...) Glaubt nicht ohne weiteres allen Prozess-Akten von Nürnberg, Landsberg und manchen Spruchkammern. (...) Nur wenige Jahre werden vergehen und die große Revision der deutschen Geschichtsschreibung der letzten dreißig Jahre wird beginnen, um auch unserem Volke wieder zu Recht und Gerechtigkeit zu verhelfen."

Hoffen wir, dass dieser Moment nicht in diesem Jahr mit der Machtübernahme der Nazis in einigen Bundesländern beginnt.

Eine andere Rattenlinie

Susann Witt-Stahl berichtet in der Jungen Welt über die weitgehend unbekannt gebliebene Rattenlinie nach Kanada. In der Nationalbibliothek des Landes, in der Library and Archives Canada (LAC), in Ottawa liegt seit 40 Jahren eine Liste mit 700 mutmaßlichen Nazitätern, die nach dem 2. Weltkrieg nach Kanada eingereist sind. Eine Untersuchungskommission zu Kriegsverbrechern in Kanada hatte diese unter der Leitung des pensionierten Richters Jules Deschênes erstellt.

Seit Sommer 2024 sind LAC-Beamte unterwegs, um ausgewählte Einzelpersonen und Organisationen zu fragen, ob die Liste veröffentlicht werden sollte. Nun ist eine Entscheidung gefallen. Die Liste bleibt unter Verschluss, obwohl die meisten darauf verzeichneten Personen längst verstorben sind, weil "die russische Regierung sie für ihre Kriegspropaganda gegen die Ukraine nutzen könnte."

Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass sich unter den 700 Namen viele Mitglieder der ukrainischen Gemeinschaft Kanadas befinden. Zeugnis darüber geben auch die mit dem Löwenwappen der Waffen-SS-Division "Galizien" gezierten Gräber und Monumente, z.B. auf dem Ukrainischen Friedhof St. Volodymyr in Oakville, Ontario. Auch eine andere Faschistenorganisation, die "Organisation Ukrainischer Nationalisten" (OUN), die mit Nazideutschland auch beim Holocaust kollaborierten, ist darunter zu finden.

Wie einfach es für Nazis war nach dem Krieg über Großbritannien nach Kanada auszuwandern beschrieb bereits der Jewish Telegraphic Agency 1997. Die Junge Welt zitiert daraus den Historiker Irving Abella: "Emigranten aus Europa hätten nur SS-Tattoos zu zeigen gebraucht, ... das hat bewiesen, dass du ein Antikommunist bist."

Mehr dazu bei https://www.jungewelt.de/artikel/516481.rattenlinie-nach-kanada-ss-tattoo-als-ausweis.html
und https://www.deutschlandfunkkultur.de/fluchthilfe-fuer-ns-verbrecher-die-rattenlinie-nach-100.html


Kommentar: RE: 20260131 Kriegsverbrecherliste bleibt geheim

Schwerstverbrecher und Völkermörder wie Adolf Eichmann, Josef Mengele, Eduard Roschmann oder Erich Priebke flohen nach Südamerika aber ihr habt nicht erwähnt, dass auch die USA sehr großzügig waren. 1947 baute das Counter Intelligence Corps, kurz CIC, ein Nachrichtendienst der US-Armee, sogar selbst einen Fluchtweg auf. Der bekannteste Reisende war Klaus Barbie, ehemaliger Gestapo-Chef von Lyon. Nach dem Krieg hatte er das CIC bei seinen Aktivitäten gegen den Kommunismus unterstützt. 1951 wurde Barbie mit Hilfe der US-Amerikaner und des kroatischen Priesters Krunoslav Draganovic nach Südamerika verbracht. (s. euren 2. Link)

Po., 31.01.26 15:18


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3ML
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Erstellt: 2026-01-31 10:50:44


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