Keine US-Mittelstreckenraketen nach Deutschland
In den 80-iger Jahren als in Europa und vor allem in Deutschland Pershing Mittelstreckenraketen stationiert werden sollten, stand die Friedensbewegung geschlossen dagegen auf - und es kam nicht zu einer Stationierung. Mittelstreckenraketen bedeuten eine große Gefahr, weil sie die Vorwarnzeiten auf ungefähr 10 Minuten senken und es durch Fehlinterpretation zu Erstschlägen kommen kann. Vielen war klar geworden, dass man bei Vorwarnzeiten von 5-7 Minuten einen Krieg aus Versehen nicht verhindern kann. Bei den Interkontinentalraketen konnte der Weltuntergang "aus Versehen" am 26. September 1983 durch den sowjetischen Offizier Stanislaw Petrow verhindert werden. Er hatte wenigstens noch 20 Minuten um zu erkennen, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.
Wo bleibt die Friedensbewegung heute?
Der "NATO-Beschluss" ohne Beteiligung der Regierungen und Parlamente zur Stationierung von neuen Mittelstreckenraketen ist aus 2 Gründen noch gefährlicher. Damals gab es ein Junktim, d.h. die Stationierung wurde vom Verhalten der Sowjetunion abhängig gemacht. Heute soll auf jeden Fall stationiert werden. Und zweitens geht es heute um "Long Range Hypersonic Weapons" mit einer viel höheren Reichweite von 2700 – 3000 km, einer Geschwindigkeit bis 21000 km/h, abgefeuert von einer mobilen Abschussrampe. Der Sprengkopf ist im Endanflug manövrierbar, also schwer abzuschießen. Voraussichtlicher Stationierungsort ist der Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz.
Das sind Erstschlagswaffen und das muss Russland auch eindeutig als Angriffswaffen werten. Erst recht, wenn Claudia Major, von der "Stiftung Wissenschaft und Politik" dazu sagt: "Im Ernstfall müssen NATO-Staaten auch selbst angreifen können, zum Beispiel um russische Raketenfähigkeiten zu vernichten, bevor diese NATO-Gebiet angreifen können, und um russische Militärziele zu zerstören, wie Kommandozentralen."
Die US-Streitkräfte erhalten damit einen strategischen Vorteil gegenüber Russland, denn eine Stationierung ähnlicher Waffen z.B. auf Cuba - also 100km vor der US Küste würden die USA nie gestatten. Damit werden Deutschland, wie auch die anderen Militärbasen und Kommandoeinrichtungen der US-Streitkräfte in Europa zu wichtigen Angriffszielen im Falle eines (Atom-) Krieges. Diese Asymmetrie kann - vor allem für uns - gefährlich werden!
Deshalb ist es wichtig, den Berliner Appell "Gegen neue Mittelstreckenwaffen und für eine friedliche Welt" zu unterschreiben und an den Demos in Grafenwöhr und Wiesbaden teilzunehmen.
Mehr dazu bei https://dfg-vk-bayern.de/keine-raketen-nach-grafenwoehr/
Kommentar: RE: 20260423 Gefährliche Hyperschallwaffen verhindern!
@aktionfsa solange Deutschland nicht die Fähigkeit hat uns glaubwürdig gegen Russland zu schützen, bin ich für die Stationierung. Natürlich würde ich gerne auf Waffen verzichten und es richtig an globaler Abrüstung zu arbeiten. Das hatte schon mal funktioniert (SALT, START, IMF), aber nur wenn alle Seiten mitmachen.
Ae., 23.04.26 11:37
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Erstellt: 2026-04-23 10:13:42
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