KI und "Fahrenheit 451"
Wahrscheinlich erinnern sich nur wenige Ältere an den SciFi Roman und Film "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury. Darin ist es Aufgabe der Feuerwehr versteckte verbliebene Bücher ausfindig zu machen und zu verbrennen. Etwas ähnliches scheint z.Zt. durch Strohmänner der großen BigTech KI-Unternehmen zu passieren. Nachdem inzwischen (fast) alle digitalisierten Bücher den KI Systemen zum Training vorgeworfen worden sind, geht es nun um wirklich alte nur antiquarisch zu erhaltene Bücher.
So berichtet die Zeitung der Arbeit im verlinkten Artikel: "In den letzten Monaten konnten sich Antiquarinnen und Antiquare höherer Einnahmen erfreuen; viele Bestellungen alter Bücher, oft sogar gleich mehrere auf einmal, was nicht üblich in der Branche ist."
Es werden mehrere Beispiele von Bestellvorgängen aus verschiedenen Gegenden der Welt als Beispiele angeführt, wo auch auf Nachfrage nicht aufzuklären ist, für wen die Bestellungen ausgeführt werden. Damit ist zu befürchten, dass diese Bücher dann für KI-Systeme digitalisiert werden, was nicht ohne ihre Zerstörung möglich ist.
Darf kulturelles Gesellschaftsgut von einigen wenigen aufgekauft und zerstört werden?
Bereits die Nutzung der digitalisiert vorliegenden Bücher für das Training von KI ist "eigentlich" mit dem Copyright unvereinbar, denn ihre Inhalte werden anschließend von der KI weiter genutzt. Trotzdem gibt es nur wenige (erfolgreiche) Verfahren in solchen Fällen. So wurde gegen "Anthropic PBC", bekannt durch sein KI-Modell "Claude" im August 2024 im Staat Kalifornien von drei Autorinnen und Autoren auf Urheberrechtsverletzung geklagt. Das Trainingsset für "Claude" bestand aus über 800 Gigabyte an Büchmaterial aus sogenannten Schattenbibliotheken. Dort ist die private Nutzung der Inhalte erlaubt, jedoch nicht eine kommerzielle Verwertung.
Das erinnert uns wieder an folgendes Bild, was wir auch gern an unseren Infoständen präsentieren, um darauf hinzuweisen, dass ähnliche Taten völlig unterschiedlich verfolgt werden, je nach dem welche gesellschaftliche (und wirtschaftliche) Stellung jemand inne hat.
Genauso erinnern wir uns an den Fall des Studenten Aaron Swartz, der während seines Studiums einige wissenschaftliche Bücher kopierte und seinen StudienkollegInnen zur Verfügung stellte und daraufhin mit einer 35-jährige Haft- und einer hohen Geldstrafe bedroht wurde. Er nahm sich das Leben, während die BigTech Milliardäre ungestraft davon kommen.
Mehr dazu bei https://zeitungderarbeit.at/feuilleton/wenn-die-ki-die-buecher-frisst/
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Erstellt: 2026-07-01 08:21:10
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