"Ganz Berlin hasst Rheinmetall"
... lauteten die Sprechchöre auf der trotz Hitze gut besuchten Demonstration eines lokalen Bündnisses gegen den Bau von Rüstungsgütern in der Hauptstadt. "Ganz Berlin" war nicht auf der Demo aber immerhin über 3000 Menschen, nach Polizeiangaben schon fast 2000. Auf jeden Fall fuhren auf dem Platz vor dem Bahnhof Gesundbrunnen weder Busse noch Taxis. Mehrere Hundert drängten sich im Schatten des Eingangsbereichs und wurden von der Polizei vielleicht für "Reisende" gehalten.
Ausgerechnet Massenvernichtungswaffen
70 Jahre war (zumindest West-) Berlin eine entmilitarisierte Stadt und nun soll ausgerechnet in einer Zulieferfabrik der Autoindustrie Artilleriemunition vom Band laufen. Diese 90cm langen und 45kg schweren Geschosse können 30 bis 40 km weit fliegen und zerbersten dann in tausende Metallsplitter. Genau mit diesen Waffen werden überall auf der Welt Menschen ermordet. Der Schütze ist blind gegenüber den Kilometer-weit entfernten Opfern. Die Waffen von Rheinmetall sind - von der Regierung genehmigt - im Einsatz in Gaza, Kurdistan, Jemen und bringen dort massenhaft den Tod.
Aktionstage münden in Demo
Die Demo gestern war der Höhepunkt der Aktionstage, die bereits am Donnerstag mit dem Versuch, begannen, die Zufahrt zum Gelände der Firma Rheinmetall zu blockieren. Weiter wurde auf der zentralen Wiese im Volkspark Humboldthain ein Zirkuszelt aufgestellt mit spannenden Vorträge und Ausstellungen, Musik- und Theateraufführungen, kreativen Workshops und Möglichkeiten zur Vernetzung. So fand sich eine Nachbarschaftsgruppe aus der Scheringstraße - in der Hausnummer 2 ist das Rheinmetallwerk zu Hause - die auf der Auftaktkundgebung ihre Besorgnis und ihren Widerstand gegen das Vorhaben deutlich artikuliert hat.
Da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Waffen von dort künftig auch im Nahen Osten eingesetzt werden - da es weiterhin kein Ausfuhrverbot von deutschen Waffen an Israel gibt, obwohl der IGH dort von Völkermord spricht und ein Verfahren gegen Netanjahu anstrebt - waren auch viele palästinensische Fahnen zu sehen. Auch Greta Thunberg, die vor einigen Woche bei der Begleitung eines Hilfskonvois übers Mittelmeer vom israelischen Militär festgenommen wurde, war gestern dabei.
Trotz der hohen Temperaturen dauerte die Veranstaltung bis zu ihrer Auflösung durch die Polizei um 19 Uhr ganze 5 Stunden und hat sicher viele Anwohner erreichen können.
Mehr dazu bei https://keinewaffenproduktionberlin.noblogs.org/aktionstage
und https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/07/berlin-wedding-waffenproduktion-rheinmetall-protest.html
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Erstellt: 2026-07-12 08:19:13
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