Fahrräder statt Raketen
... empfiehlt die Journalistin Karen Hao in ihrer Eröffnungsrede auf der derzeit laufenden re:publica. Sie ist mit ihrem 2025 erschienenen Buch "Empire of AI" zu einer der prominentesten Kritiker:innen großer Tech-Konzerne und ihrer KI-Imperien geworden. Dabei kritisierte sie nicht nur die BigTech Konzerne in den USA, sondern auch die Unentschlossenheit und Unterwürfigkeit der EU. Statt den USA hinterher zu laufen und deren Modelle zu kopieren, sollten wir endlich Alternativen und Open Source eine Chance geben.
Die Quittung für die derzeitige Digitalisierungspolitik werden mehr Rechenzentren, mehr Wasser- und Ressourcenverbrauch und damit steigende Preise sein. Nicht das in den USA gültige "mehr" ist gefragt. Man sollte vor einer Entwicklung nach dem "wofür" und "zu welchem Preis" fragen. "Baut lieber Fahrräder als Raketen", lautet wie netzpolitik.org schreibt Haos Empfehlung.
Wichtig sind spezialisierte Lösungen für bestimmte drängende Probleme anstelle des "immer besser" und "schneller". Ihre Forderungen erinnern uns an diejenigen der Physikerin Sabine Hossenfelder, die wir in unserer KI-Sendereihe (Teil 3) diskutiert haben. Das Fazit damals: KI muss reguliert werden und nicht jeder Unsinn (Deep Fakes und schöne Katzenbilder) muss gestattet werden.
Um erst einmal dazu zu kommen über Alternativen nachzudenken, müssen als erstes die Abhängigkeiten von BigTech gekappt werden. Nicht mehr die Lobbyisten von Microsoft, Meta und Google dürfen in Brüssel ein- und ausgehen. Wir brauchen eine (ergebnis-) offene und auf die Probleme der Zukunft gerichtete Diskussion und dann demokratische Entscheidungsgremien statt des derzeitigen Geschachers um die Haushaltsmilliarden der EU.
Mehr dazu bei https://netzpolitik.org/2026/wettlauf-nach-unten-karen-hao-kritisiert-europaeischen-ki-kurs/
Kommentar: RE: 20260520 Wie weiter mit KI oder besser anders?
Im Prinzip - ja. Es sind aber die Unterschiede zeischen den Entwicklungspfaden in der EU und den USA.
Etatistisch, Wohlfahrtsstaat als Erbe der Arbeiterbewegung, grün--ökologisch modifiziert vs. liberal, marktorientiert, innovativ...
In der Konsequenz verlieren DE und die EU schleichend an Konkurrenzfähigkeit gegenüber den USA und China., nicht nur auf dem Gebiet von AI.
Dazu die Kopie eines früheren Kommentars;
An-und-für-sich und theoretisch hat das FEDIVERSE seine Stärken.Viele Teilnehmer sind ersichtlich dem it-Bereich verbunden. Das sollte sie zu Big-Tech-Diplomaten prädestinieren.
Damit meine ich nicht Verhaltensweisen nach Art von Lobbyistern oder influencern. Eher geht es darum das Bewußtsein der Öffentlichkeit zu schärfen, welche enorme Kraft Big-Tech hat, die allgemeinen Lebensverhältnisse umzugestalten.
Beispiele aus der Vergangenheit: Mikroelektronik, PCs, Betriebssysteme, Suchmaschinen, Online-Handel, Bezahldienste, Smartphones, Soziale Medien, eAutos, KI.
Alles Technologien, an deren Erfolg DE und die EU kaum beteiligt waren. Andererseits sind speziell im it-Sektor viele beruflich und damit auch sozial in ihrer Existenz mit diesen Technologien eng verbunden. Deshalb die Eignung zur Diplomatie, denke ich mal.
Die Entwicklung geht weiter. Geredet wird viel uber weitere Anwendungen der KI, selbstfahrende Autos, humanoide Roboter, Quantencomputing...
Persönlich habe ich große Erwartungen an die StartUp-Szene in den USA im Nuklearbereich. Kernspaltung und / oder Kernfusion in Gestalt von SMRs.
Jedenfalls wird es immer mal wieder ein nächstes grosses Ding geben. Und ein paar US-tech-Milliardäre mehr. Und eine überraschte / empörte deutsche Öffentlichkeit.
Be., 20.05.26 10:52
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Tags: #BigTech #AI #KI #re:publica #Vortrag #USA #EU #schrankenlos #alternativlos #Planung #Ideen #Unentschlossenheit #Unterwürfigkeit #Abhängigkeiten #Lobbyisten #Ressourcenverbrauch
Erstellt: 2026-05-20 07:55:36
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