Mit freier Software wäre das nicht passiert
... und mit einer normalen Papierakte auch nicht. Aber die Arbeit am PC in der Berliner Justizverwaltung war schon am letzten Freitag mit langen Wartezeiten verbunden, seit gestern früh ist eine Anmeldung an den Arbeitsplätzen für alle überhaupt nicht mehr möglich. In der Folge bleiben wichtige Terminsachen unbearbeitet, Verhandlungen müssen vertagt werden und die Kommunikation zwischen den Beschäftigten und mit Anwälten ist nur eingeschränkt möglich.
Die Konsequenzen sind geplatzte Eilverfahren und möglicherweise bei einer Verlegung von Verhandlungen eine vorzeitige Entlassung der Verdächtigten, wenn Fristen überschritten werden. Den Beschäftigten wird nahegelegt die "freie Zeit" für den Abbau von Überstunden zu nutzen. Am Kammergericht Berlin wurden alle Beschäftigten am Montag Mittag nach Hause geschickt.
Der technische Dienstleister des Landes Berlin, ITDZ, teilte am gestrigen Nachmittag mit, dass das Problem identifiziert sei. Die Verweigerung der Anmeldung an den Servern liegt wohl "an einem Lizenzproblem für eine Schnittstellen-Software".
Wie gesagt, mit freier Software wäre das nicht passiert, da gibt es höchstens Zertifikate (über die Unversehrtheit) der Software, die jederzeit sofort wieder eingespielt werden können. Aber, wie man auf der unten verlinkten Seite des rbb lesen kann, sind Beschäftigte in der Justizverwaltung grundsätzlich mit den ihnen angebotenen Softwarelösungen nicht sehr zufrieden.
- Aus Justizkreisen gibt es seit Wochen Klagen über Probleme mit dem IT-System.
- Von langen Reaktionszeiten bei den Anwendungen bis hin zu stunden- und tagelangen Ausfällen wegen billiger unzulänglicher Anwendungen ist die Rede.
- Seit der E- Akte dauert die Arbeit nämlich viel viel länger, weil diverse Schritte doppelt gemacht werden müssen... vorausgesetzt es funktioniert.
Die Störung dauert auch heute noch an.
Mehr dazu bei https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/07/berlin-richter-digitalisierung-stoerung-it-justiz.html
Kommentar: RE: 20260714 Berlins Justiz mit Softwareproblem
"Es geht demnach um ein Lizenzproblem für eine Schnittstellensoftware, die für das Einwählen auf die Server nötig ist."
Das ist eine IT-Ausrede auf ganz hohem Niveau!
Be., 14.07.26 10:35
Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3QL
Link zu dieser Seite: https://www.a-fsa.de/de/articles/9593-20260714-berlins-justiz-mit-softwareproblem.htm
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Tags: #Arbeitnehmerdatenschutz #Datensicherheit #eAkte #Justiz #Berlin #Lizenzproblem #ITDZ #Login #Error #arbeitsunfähig #OpenSource #Alternative #Vertagung #Gerichtsverhandlungen
Erstellt: 2026-07-14 08:02:02
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